DIGITAL AFTERLIFE

Für immer und dich

Als Prof. Erik Neumeyer unerwartet stirbt, bleibt seine Frau Julia nicht alleine zurück. Bereits Jahre zuvor hat der Pionier auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz an seiner digitalen Unsterblichkeit gearbeitet. Er programmierte seinen virtuellen Doppelgänger aus dem Datenmaterial seiner wesentlichen Gedanken und Erinnerungen in Form von Text-, Bild- und Sprachnachrichten. Mit Hilfe neuronaler Netzwerke ist […]

Gedrucktes

liebesrap / Oops, wrong planet! / Expats / Bier, Blut und Bundesbrüder

suhrkamp spectaculum

Gesine Schmidt wurde für ihre Theaterstücke mehrfach ausgezeichnet. Ihre doku-fiktionalen Werke kreisen um das Thema »Normalität und Abweichung« und sind stets Ergebnis aufwändiger Recherchen. Ihre Perspektive auf unsere gesellschaftliche Gegenwart ist ethnologischer Art. Ihre literarisch verdichteten Texte spitzen Wirklichkeit zu und spielen mit Erwartungen und Bedeutungen, um neue Sichtweisen zu ermöglichen. Suhrkamp Verlag 2014

Gedrucktes

Zeitgenössisches Theater in China

Herausgegeben von Cao Kefei, Sabine Heymann und Christoph Lepschy

Aufsatz: »›EXPATS. Eidgenossen in Shanghai‹ Eine interkulturelle Spurensuche im Reich der Mitte für ein dokumentarisches Theaterstück am Theater Basel« Alexander Verlag Berlin 2017, S. 370-375

Hörfunk

Happiness and Robots

Feature
Eine Reise in das Land der empathischen Roboter

ALTER bewegt den Kopf, seine Augen suchen etwas im Raum, der Mund öffnet und schließt sich. Nur das mechanische Geräusch sich bewegender Motoren ist zu hören. Mit einem Gleiten des Metallskeletts richtet er sich auf und hebt wie in einem Atemzug die Hände aus Silikon. – Musik

Hörfunk

BEGEHREN

OLE: »Ich will begehrt werden. Ich will, dass richtig alte, leicht bäuchige Männer mich begehren, dass die mich benutzen, mit mir schlafen wollen und sagen: ›Du bist so jung, du bist so schön, du bist so geschmeidig!‹«
Vier Frauen und vier Männer im Alter von 26 bis 75 Jahren erzählen von ihrem Verlangen, ihren Sehnsüchten und Fantasien, von One-Night-Stands, Beziehungshopping, Langzeitaffären und festgefahrenen Ehen zwischen Lust, Leidenschaft und Leere.

Hörfunk

Mütter und Töchter

Die Lange Nacht einer besonderen Beziehung

»Nur wenn die Tochter ihren Weg zwischen dem Hass auf das Mutterobjekt einerseits und der totalen Verschmelzung andererseits findet, gelangt sie zu einer befriedigenden Weiblichkeit.«, schreibt die Analytikerin Hendrika Halberstadt-Freud.
»Hört man denn nie auf, Mutter und Tochter zu sein?«, fragt Eva ihren Mann in Ingmar Bergmans ›Herbstsonate‹.
»Einige schaffen es vielleicht«, lautet seine verzagte Antwort.
Acht Frauen beschreiben in der LANGEN NACHT ihre emotionalen Achterbahnfahrten zwischen Müttern und Töchtern.

Hörfunk

PFIRSICHBLÜTENGLÜCK

Deutsch-chinesische Paare in China

HUANG »Ich habe mich nicht getraut, ihn nach Hause mitzunehmen. Und das war für mich und meine Familie ein sehr trauriges Frühlingsfest. Meine Eltern meinten, ich müsste doch jetzt endlich mal einsehen, dass es sehr gefährlich ist, was ich mache. Und sie warnten mich zum letzten Mal. Ich war früher immer eine brave Tochter und meine Eltern waren stolz auf mich. Und jetzt, auf einmal, waren sie sehr unzufrieden. Sie haben gesagt, such dir eine gute Stelle, und trenn dich von ihm! Dann wird dein Leben wieder in Ordnung sein.«
Die Pfirsichblüte ist in der chinesischen Kultur Symbol für Erotik und neue Beziehungen; sie steht aber ebenso für deren Krisen.

Hörfunk

DIE NUTZNIESSER

»Arisierung« in Göttingen

Wie vollzog sich das Aussortieren jüdischer Mitbürger aus dem Alltag einer deutschen Stadt? Welche Rolle spielte die unmittelbare Umgebung bei der Umsetzung der nationalsozialistischen Ideologie und Gesetzgebung? Wie verhielten sich regionale Politik, Verwaltung, Sparkassen und die zuständigen „Ordnungshüter“?
Aus Tausenden verdichteten Seiten von Akten, Protokollen und Zeitzeugenberichten entsteht ein Hörstück, ein Narrativ, das die Vorgänge der Jahre zwischen 1933 bis in die unmittelbare Nachkriegszeit über die „Wiedergutmachungsprozessen“ und bis heute neu erfahrbar werden lässt.

Hörfunk

EXPATS

»Lernen von den Barbaren, um das barbarische Eindringen zurückzuschlagen.« schrieb einst der Historiker und Geograph Wei Yuan (1794-1857). Bereits 1793 reiste die erste Gesandtschaft eines britischen Königs zum Kaiser von China. Der Sachse Johann Christian Hüttner begleitete die Delegation und beschreibt in seinem Reisebericht den kulturellen Zusammenprall völlig konträrer Wertesysteme und Erwartungshaltungen. Wie sehen die Erfahrungen der über 10.000 deutschen Expatriates im heutigen Shanghai aus?

Hörfunk

Oops, wrong planet!

Sie fühlen sich in der Welt fremd. Wie Außerirdische beobachten sie die Menschen. Wie Anthropologen vom anderen Stern analysieren sie ihre Rituale. Die Anderen nennen sie Autisten. Eigensinnigkeit, Sturheit, Egoismus und Mangel an Empathie wird ihnen nachgesagt.
Was auch immer sie tun, autistische Menschen fühlen sich verkehrt.

Hörfunk

Liebesrap

Einige Kumpels von Yusuf machen harten Rap. Früher sei das auch mal sein Ding gewesen, sagt er großspurig. Dabei ist Yusuf erst 15, wie Vanessa, seine Freundin. Auch die Zukunft liegt scheinbar klar vor ihnen: ›Wir haben darüber geredet, dass wir heiraten. Weil ich hatte ja Gefühle für sie.‹ Die beiden sind maßlos, deshalb ist ihre Geschichte so umwerfend. Und deshalb gerät das Ende der Beziehung so verheerend.

Hörfunk

Der Kick

von Gesine Schmidt & Andres Veiel

Das Hörspiel geht auf einen Mordfall zurück, der sich im Juli 2002 in der Uckermark ereignete. Im Laufe eines Alkoholexzesses wird der 16-jährige Marinus von drei Kumpels gequält und schließlich grausam ermordet. Aus Gesprächen mit Angehörigen, Dorfbewohnern, den Tätern und den Verhör- und Gerichtsprotokollen entsteht ein vielstimmiges Hörstück, das die Ursachen hinter der Tat beleuchtet.

Bühne

WHO CARES?

Können Roboter pflegen?

Der ethisch hochsensible und kontrovers diskutierte Bereich der Pflegerobotik wirft viele Fragen auf. Wobei kann technische Assistenz helfen und wo liegen die Grenzen? Welche ethischen Fragen stellen sich hierbei? Noch gibt es keine marktreifen Pflegeroboter. Welche Prototypen werden entwickelt und getestet? Wie gehen die Forscher dabei vor? Welche Visionen verfolgen sie? Neben den Forschern, Entwicklern und Vertreibern von Pflegerobotik kommen auch die Perspektiven der Pflegekräfte und Pflegebedürftigen zu Wort.

Bühne

SNAP YOUR LIFE!

Die stille Revolution der Digital Natives

»Ich snappe einfach alles. Ich geh zur Schule: snap. Ich komm nach Hause: snap. Ich esse: snap. Ich kauf mir was: snap. Wenn ich nichts poste, das stresst mich. Dann fühle ich mich unter Druck gesetzt, weil andere Menschen irgendetwas verpassen, was ich gerade mache.« Die digitale Permanenz wird Teil der Lebenswelt, soziale Medien verändern Kulturtechniken und Lebensstile, althergebrachte Denk- und Machtstrukturen wandeln sich. Ausgangspunkt für das dokumentarische Stück sind Interviews mit Jugendlichen zwischen 16 und 20 Jahren.

Bühne

Vermögend

Ein Theaterstück über Menschen mit Geld

Wie ist es, reich zu sein? Woher stammt das Vermögen und welche Bedeutung hat es? Verdirbt Geld den Charakter? Mit welchen Vorstellungen, Erwartungen und Ressentiments werden Reiche konfrontiert? Ist Reichtum ein Geburtsprivileg oder Ergebnis der eigenen Leistung? Verpflichtet Reichtum? Macht Geld glücklich? Welche Rolle spielt Geld, wenn Geld keine Rolle mehr spielt?

Bühne

DIE NUTZNIESSER

»Arisierung« in Göttingen

Die umfangreiche Recherche über den Prozess der »Arisierung« in Göttingen zwischen 1933 bis in die unmittelbare Nachkriegszeit umfasst Tausende Seiten von Akten, Protokollen und Zeitzeugenberichten. Zu einer szenischen Textpartitur verdichtet werden die Vorgänge der fortschreitenden Entrechtung der jüdischen Bevölkerung bis zur Vertreibung und Vernichtung neu erfahrbar und zeichnen das eindringliche Bild einer Zeit, in der alle für sicher gehaltenen Regeln menschlichen Miteinanders außer Kraft gesetzt wurden.

Bühne

BEGEHREN

Eine doku-fiktionale Feldforschung

Sex ist zu einem Produkt des Lifestyles geworden. Doch was passiert jenseits der öffentlichen Bekenntnisse? Worin unterscheiden sich männliches und weibliches Begehren? Was bedeuten Dominanz und Unterwerfung in sexuellen Beziehungen? Wie äußert sich der Widerspruch zwischen der Sehnsucht nach Verschmelzung, nach Hingabe und der Sehnsucht nach Unabhängigkeit und Gleichberechtigung? Und: In welchem Verhältnis stehen Lust und Begehren zur Liebe?  Vier Frauen und vier Männer im Alter von 26 bis 75 Jahren antworten auf diese Fragen mit ihren ganz persönlichen Lebens- und Lustgeschichten.

Bühne

Pfirsichblütenglück

Deutsch-chinesische Paare in China

»Ich sag ich immer, wenn du ne mutige Entscheidung triffst, wirst du vom Schicksal belohnt.« Der 87-jährige Xu, ehemaliger Deutsch-Dolmetscher von Mao Tse-Tung und politischer Häftling aus Shanghai und seine 73-jährige Frau Gerda aus Berlin. Die 40-jährige Architektin Brit, die in Peking Erziehungskämpfe um ihren Sohn mit ihrer Schwiegermutter ausficht. Der 51-jährige Arzt aus dem Sauerland, dessen Auslandseinsätze in Nanjing in den Armen seiner Frau Ling und der Suche nach einer Immobilie enden. Und das ungleiche Paar Huang und Jan, das in Shanghai ein Wunschkind erwartet, das das Beste beider Kulturen in sich vereinen soll. Die nie endende Suche nach dem Glück in der Liebe, dem ›Pfirsichblütenglück‹.

Bühne

Bier, Blut und Bundes-
brüder

Schlagende Studentenverbindungen

Worin liegt heute die Anziehungskraft studentischer Verbindungen? Welche Rituale und Brauchtümer werden gepflegt? Welche Wertvorstellungen und Weltbilder dominieren? Wo liegen die historischen Wurzeln, wo die Anbindung zur gegenwärtigen Gesellschaft? Dem auf einer intensiven Recherche beruhenden Stück gelingt eine szenisch wirksame Verdichtung von historischen und aktuellen Dokumenten und Insider-Interviews.

Bühne

EXPATS

Ein Stück über Firmenentsandte in China

Ai Weiwei spricht von «gewaltigen Voreingenommenheiten und naiven Urteilen im Verständnis der Welt von China als Ergebnis einer historischen ideologisch-politischen Entfremdung». Wie spiegelt sich diese Entfremdung im beruflichen und privaten Alltag der Expats wieder? Was passiert, wenn europäische und chinesische Kulturstandards aufeinandertreffen? Beugt schnell erworbenes interkulturelles Know-how Missverständnissen vor oder produziert es sie erst? Welche Herausforderungen und Fallstricke gibt es? Über die individuellen Biographien der deutschen und Schweizer Expats in Shanghai und der chinesischen Geschäftspartner hinaus werden Konzepte kultureller und nationaler Identitäten beleuchtet und hinterfragt.

Bühne

OOPS, WRONG PLANET!

„worte, töne, farben erschließen sich uns als einheit, sie formen unser sein und ermöglichen uns eine tiefe sicht auf die dinge. wir sind nicht defizitär, sondern reich beschenkt.“ Sie fühlen sich in der Welt fremd. Wie Anthropologen vom anderen Stern beobachten sie die Menschen und analysieren ihre Rituale. Die Anderen nennen sie Autisten. Eigensinnigkeit, Sturheit, Egoismus und Mangel an Empathie wird ihnen nachgesagt. Was auch immer sie tun, autistische Menschen fühlen sich verkehrt.

Bühne

Die Russen kommen!

»Was sie von 21 Russlanddeutschen im Alter zwischen 17 und 90 erfahren und in winzige Charakter-Porträts transformiert hat, ist frei von Sozialpathos. Es blitzt nur so von abwechselnd lapidaren und tragikomischen Erkenntnissen, wenn fünf Akteure vermitteln, was ‚Glück‘ ist (die ›kleine Witwenrente‹ oder ›Fährt Mercedes. Fährt Urlaub. Gutes Leben‹) und wo die Zukunft beim nüchtern kalkulierten Heroin Dealen oder im Auftrumpfen mit angelerntem Traditionsbewusstsein gesehen wird. ›Wir sind doch nicht Amerika‹, schimpft die Neu-Deutsche – und ist also angekommen. Scheitern an Sprache findet da nicht zwischen Sibirien und Deutschland statt, sondern zwischen Schwaben und Bayern.« Die Deutsche Bühne

Bühne

Der Kick

Ein dokumentarisches Stück von Andres Veiel und Gesine Schmidt über den Mord am 16-jährigen Marinus Schöberl in der Uckermarck

2002 misshandeln drei junge Männer den 16-jährigen Marinus. Die kahlrasierten Täter schlagen auf ihr schwächeres Opfer über Stunden hinweg ein und töten es schließlich durch einen Sprung auf den Hinterkopf. Es gibt erwachsene Zeugen, die nicht eingreifen. Täter und Opfer kennen sich, sie kommen alle aus demselben Dorf in der Uckermark…

Film

Der Kick

Ein Stück über Gewalt, das sich mit dem Mord an Marinus Schöberl in Potzlow 2002 beschäftigt.

Der Kick entstand nach dem gleichnamigen Stück von Andres Veiel und Gesine Schmidt (Uraufführung von Maxim Gorki Theater, Berlin und Theater Basel).
Gedreht im Gewerbehof in der alten Königstadt, Berlin.
Darsteller: Susanne-Marie Wrage, Markus Lerch
Regie: Andres Veiel – Kamera: Jörg Jeshel bvk